Berlin, aktualisiert am 8. Juli 2022, erstellt am 25. April 2019 – Das Gehirn ist nicht alles, aber ohne das Gehirn läuft nichts. Es ist die Steuerzentrale für lebenswichtige Abläufe im Körper. Das Gehirn besteht aus verschiedenen Teilen und Milliarden von vernetzten Nervenzellen. Lesen Sie hier, welche Funktionen die verschiedenen Teile haben und wie sie zusammenarbeiten.

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Das Gehirn steuert alle wichtigen Fähigkeiten des Menschen: was wir wahrnehmen und empfinden, was wir wissen und denken oder wie wir uns verhalten. Es stellt aber auch sicher, dass unsere Organe richtig arbeiten und steuert all unsere Bewegungen. Es nimmt Sinneseindrücke auf und verarbeitet sie. Außerdem speichert es Informationen im Gedächtnis und ruft sie bei Bedarf wieder ab. Für all diese Funktionen sind viele verschiedene Teile verantwortlich.

Wie ist das Gehirn aufgebaut? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Das Gehirn ist ein gigantisches Netzwerk von Nervenzellen. Dieses Netzwerk steuert all unsere Organe und Körperfunktionen. Man unterscheidet verschiedene Bereiche im Gehirn, wobei jeder Bereich auf bestimmte Aufgaben spezialisiert ist. Letztlich arbeiten aber all diese Bereiche zusammen. 

Schematische Darstellung des Gehirns - Beim Klick auf das Bild öffnet sich eine Animation

Der Hirnstamm ist der älteste Gehirn-Teil in der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Er verbindet das Gehirn mit dem Rückenmark. Zum Hirnstamm werden drei Hirn-Abschnitte gerechnet: verlängertes Mark, Mittelhirn und Brücke. Der Hirnstamm ist u. a. für bestimmte Reflexe zuständig und kann Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung oder das Bewusstsein beeinflussen.

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Das Zwischenhirn Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Das Zwischenhirn ist für viele überlebenswichtige Empfindungen und Instinkte des Menschen verantwortlich. Hier werden zum Beispiel Durst und Hunger oder der Schlaf gesteuert. Auch an der Verarbeitung von Sinneseindrücken wie Sehen, Hören oder Tasten ist das Zwischenhirn beteiligt. Zum Zwischenhirn gehören unter anderem der Thalamus und der Hypothalamus.

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Das limbische System Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Zum limbischen System gehören verschiedene Teile im Zentrum des Gehirns. Es spielt eine wichtige Rolle bei Gefühlen und triebgesteuertem Verhalten (z. B. essen oder trinken). Bei vielen psychischen Erkrankungen lassen sich Veränderungen in diesem Bereich des Gehirns feststellen.

Das Kleinhirn ist wichtig für das Gleichgewicht und die Koordination. Gemeinsam mit dem Großhirn steuert es die Muskeln und somit die Bewegungen. Außerdem sorgt es ganz wesentlich mit dafür, dass die Muskel-Spannung des Körpers erhalten bleibt. Während das Großhirn vorrangig für bewusste Bewegungen zuständig ist, steuert das Kleinhirn bereits gelernte Bewegungsabläufe. Hier werden bestimmte Bewegungsabfolgen wie Tanzschritte oder das Schalten beim Autofahren gespeichert. Wenn man diese Bewegungen eine gewisse Zeit gelernt hat, kann man sie direkt aus dem Kleinhirn abrufen, ohne dass man bewusst darüber nachdenken muss.

Das Großhirn ist der jüngste Gehirn-Teil in der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Es ist zugleich der größte Teil des menschlichen Gehirns. Das Großhirn ermöglicht die sogenannten „höheren“ Hirnfunktionen, wie Motivation, Lernen, Denken oder Verstehen. Das Großhirn besteht aus der Großhirn-Rinde und dem Großhirn-Mark

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Wie verarbeitet das Gehirn Informationen?  Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Manche vergleichen das Gehirn mit einem Hochleistungs-Computer. Es kann Reize aus der Umgebung und dem Körperinneren aufnehmen, Reaktionen und Verhalten steuern oder auch Wissen speichern und verarbeiten. Dies passiert mithilfe von Nerven-Zellen. Nerven-Zellen haben einen kleinen Körper und sehr lange, faden-artige Fortsätze. Man nennt sie Axone und Dendriten. Diese können sich durch das gesamte Gehirn ziehen. Über diese Ausläufer können Nerven-Zellen sich miteinander verbinden und kommunizieren. So stehen die verschiedenen Bereiche des Gehirns in Kontakt miteinander.

Nerven-Zellen tauschen Informationen an speziellen Verbindungs-Stellen aus. Man nennt diese Verbindungs-Stellen Synapsen. Synapsen befinden sich an den Axonen und Dendriten, aber auch am Körper der Nerven-Zellen selbst.

Nerven-Zellen besitzen oft unzählige solcher Synapsen. Dementsprechend kann eine einzelne Nerven-Zelle im Gehirn Tausende Kontakte mit anderen Nerven-Zellen aufbauen. Durch den wiederholten Informationsaustausch zwischen den Nerven-Zellen können sich die Verknüpfungen verstärken. Die Informationsübertragung ist dann einfacher und gelingt an diesen Stellen schneller.

Vernetzung: Was macht unser Gehirn leistungsfähig? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Je größer das Gehirn, umso intelligenter der Mensch? Das stimmt so nicht. Intelligenz hängt nicht so sehr von der Größe des Gehirns ab. Vielmehr ist entscheidend, wie gut die einzelnen Nerven-Zellen und Gehirn-Bereiche miteinander vernetzt sind. Die Haupt-Verbindungen im Gehirn entwickeln sich schon vor der Geburt. Aus der Gehirn-Forschung weiß man aber, dass sich neue Kontakte zwischen Nerven-Zellen über das gesamte Leben ausbilden. Auch alte Verknüpfungen können sich verändern. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Nerven-Zellen intensiv genutzt werden, zum Beispiel durch Lernen und Erfahrung. 

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