Berlin, aktualisiert am 30. August 2022, erstellt am 12. März 2021 – Kinder erkunden meist neugierig alles, was sich ihnen bietet. Gerade Kleinkinder nehmen vieles in den Mund. Wenn es sich dabei um einen giftigen Stoff handelt, kann das schlimme Folgen haben. Worauf kann man in Haus und Garten achten, um das Risiko einer unabsichtlichen Vergiftung zu minimieren? Hier finden Sie Tipps, wie Kinder vor Vergiftungen geschützt werden können.

Medikamente, die aussehen wie Bonbons. Spülmaschinentabs in lustigen bunten Farben: im Haushalt lauern viele giftige Stoffe, die für kleine Abenteurer und Entdecker gefährlich werden können. Das gilt vor allem für Kinder zwischen zwei und vier Jahren. Neugierig verwenden sie Haushalts- und Reinigungsmittel, Medikamente oder Pflanzen für ihr Spiel und nicht selten gelangen die Dinge dann auch in den Mund. Aufgrund ihres geringeren Körpergewichts sind Kinder besonders gefährdet für Vergiftungen: denn ihr kleiner Körper kann noch weniger Giftstoffe verarbeiten als Erwachsene.

Eine Liste giftiger Produkte hat das Universitätsklinikum Bonn zusammengestellt. Einen Überblick über die giftigsten Zimmer- und Gartenpflanzen stellt die Initiative Das sichere Haus zur Verfügung. Auch Zigaretten und e-Zigaretten stellen eine Gefahr für kleine Kinder dar, wenn sie Tabak, Zigarettenstummel oder Liquids verschlucken.

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Tipps für Eltern: So machen Sie den Haushalt kindersicher Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

  1. Bewahren Sie Medikamente und Putzmittel in abschließbaren oder unerreichbaren Schränken auf, ebenso Parfüm, Puder und Nagellack und Nagellackentferner. 
  2. Füllen Sie Putzmittel oder Chemikalien nicht um, vor allem nicht in Getränkeflaschen. Familienangehörige können versehentlich daraus trinken. Außerdem verlieren Sie so die Warnhinweise auf der Originalverpackung.
  3. Sprechen Sie über Medikamente als Medizin, nicht als Saft oder Bonbons. 
  4. Verwenden Sie keine Lampenöle oder Duftöle. 
  5. Achten Sie auch in Garten und Garage auf Sicherheit und bewahren Sie Dünger, Pflanzenschutzmittel, Frostschutzmittel, Motoröl oder flüssigen Grillanzünder so auf, dass sie für Kinder nicht erreichbar sind. 
  6. Vermitteln Sie Kindern frühzeitig mögliche Gefahren in Haus und Garten. 
  7. Lassen Sie Ihr Kind nicht unbeaufsichtigt, wenn Sie mit Farben oder Terpentin arbeiten. 
  8. Lassen Sie Einkaufs- und Handtaschen mit Zigaretten, Medikamenten, Haushaltschemikalien oder Parfüm nicht unbeaufsichtigt stehen.
  9. Prüfen Sie auch die Pflanzen in Haus und Garten: Sehr giftig sind z.B. Eisenhut, Engelstrompete, Schierling und Tollkirsche. Auch Oleander, Weihnachtsstern oder Maiglöckchen und Goldregen sind gefährlich.
  10. Nicht zu vergessen: Herumliegende Zigaretten oder deren Reste nehmen Kinder ebenfalls gern einmal in den Mund.

Wie erkenne ich eine Vergiftung bei meinem Kind? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Je nach Giftstoff und Menge, die Kinder aufnehmen, können die Folgen unterschiedlich sein. Häufige Anzeichen von Vergiftungen sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen, Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Atemprobleme
  • Bewusstlosigkeit

Vergiftungen können sich aber auch anders äußern. 

Vergiftung: An wen kann ich mich wenden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wenn ihr Kind Anzeichen für eine Vergiftung zeigt, sich auffällig verhält oder große Mengen eines giftigen Stoffes zu sich genommen hat, sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ihr Kind etwas Giftiges angefasst oder verschluckt hat, bieten einige Kliniken in Deutschland Informationsstellen an, die Sie anrufen können. 

Folgende Fragen sind dann wichtig: 

  • Wer ist betroffen? (Alter, Gewicht)
  • Was wurde eingenommen? (Substanz, Verpackung, Firma, Pflanze)
  • Wieviel und wann? (Gesicherte Zeitangabe oder Vermutung)
  • Wie wurde es eingenommen? (Geschluckt? Eingeatmet? Auf die Haut? Ins Auge?)
  • Welche Symptome zeigt der Patient? (Husten? Erbrechen? Muskelzuckungen? Rauschzustand? Benommenheit? Schmerzen?)
  • Was wurde bereits unternommen?
  • Wer ruft an? (Name und Telefonnummer für den Rückruf). 

Die Gift-Informationszentralen in Deutschland Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Gut zu wissen: Egal, wo Sie sich gerade befinden – Sie dürfen jede der Zentralen kostenlos anrufen, wenn Verdacht auf eine Vergiftung besteht – auch aus dem Ausland. Wichtig: Die Zentralen können nur beraten und keinen Notarzt oder Rettungswagen schicken. Wenn Ihr Kind über Beschwerden klagt oder sich auffällig verhält, sollten Sie eventuell den Notruf 112 wählen.

Auf einen Blick: Was tun bei Vergiftungen?

Quellen