In Deutschland, Österreich und der Schweiz fand im Sommer 2022 eine Erhebung zur professionellen Gesundheitskompetenz von Gesundheitsberufen statt. Ziel der Befragung war es, Erfahrungen und Herausforderungen von Gesundheitsfachpersonen in ihrem Informations- und Wissensmanagement sowie in Bezug auf ihre Kommunikation mit und Vermittlung von Informationen an Patientinnen und Patienten zu ermitteln.

Das Projekt im Überblick

Empirische Studien zeigen, dass die Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe darstellt. Dabei kommt den Gesundheitsprofessionen/-berufen, speziell Ärztinnen und Pflegefachkräften, hohe Bedeutung zu. Sie sind nach wie vor erste Anlaufstelle bei Gesundheits- und Krankheitsfragen und stellen eine wichtige Informationsquelle dar. Um die Gesundheitskompetenz stärken zu können, müssen die Gesundheitsprofessionen in der Lage sein, gesundheitsbezogenes Fachwissen und entsprechende Informationen so aufzubereiten, zu vermitteln und zu kommunizieren, dass diese von ihren Patient:innen verstanden, eingeschätzt und genutzt werden können – etwa, um gemeinsam zu informierten Entscheidungen bei Fragen zur Krankheitsbewältigung, Versorgung oder zur Gesundheitserhaltung und -förderung zu gelangen. Neben diesen edukativen und kommunikativen Fähigkeiten benötigen sie ausreichende Kompetenz zum eigenen Informations- und Wissensmanagement. Inwieweit die Gesundheitsprofessionen/-berufe über diese Fähigkeiten oder anders formuliert, über professionelle Gesundheitskompetenz verfügen, ist eine weitestgehend offene Frage.

Zielsetzung und Vorgehen Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Hier setzt das Projekt „Professionelle Gesundheitskompetenz von ausgewählten Gesundheitsberufen (PROF-GK-DE)“ an. Das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Stiftung Gesundheitswissen an der Hertie School durchgeführt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, insgesamt über 900 Ärzt:innen und Pflegefachkräfte in Deutschland in einer Onlineerhebung nach ihrem Umgang mit Information und Wissen sowie den Herausforderungen bei der Vermittlung und Kommunikation von Gesundheitsinformationen zu befragen und ihre professionelle Gesundheitskompetenz zu analysieren. Das Projekt startete im Januar 2022.

Dazu wurde in Kooperation mit Wissenschaftler:innen der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) und der Careum Stiftung (Schweiz) ein neues Konzept sowie ein darauf basierendes Erhebungsinstrument zur professionellen Gesundheitskompetenz entwickelt und erstmals in den drei DACH-Ländern bei ausgewählten Gesundheitsprofessionen und -berufen in einer Piloterhebung eingesetzt. Die damit erhobenen Daten sollen Auskunft über verschiedene Dimensionen professioneller Gesundheitskompetenz geben und ermöglichen, Ansatzpunkte für die Interventionsentwicklung zur Förderung von Gesundheitskompetenz durch die Gesundheitsprofessionen aufzuzeigen.

Publikationen und Vorträge Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Schaeffer, D./De Gani, S./Griebler, R./Griese, L./Haarmann, A. Jacks, R. (2022): Health literacy in health professionals – conceptualising and piloting a new measuring instrument, European Journal of Public Health, Volume 32, Issue Supplement_3, October 2022, ckac129.661, https://doi.org/10.1093/eurpub/ckac129.661.

Projektlaufzeit: 11.2022/11.2023

Projektleitung:  Prof Dr. Mujaheed Sheikh (Hertie School) und Prof. Dr. Doris Schaeffer (Universität Bielefeld)

Projektkoordination und -bearbeitung: Dr. Alexander Haarmann (Hertie School), Dr. Lennert Griese (Universität Bielefeld, Hertie School), Markus Seelig (Stiftung Gesundheitswissen)

Projektpartner in Deutschland: Stiftung Gesundheitswissen, Hertie School, Universität Bielefeld

 

Erstellt am 23.01.2023