Berlin, 16.11.2021 - A, B oder 0? Positiv oder negativ? Viele Menschen kennen ihre Blutgruppe nicht. Warum das Wissen darüber wichtig ist und wie man seine Blutgruppe herausfindet. 

Bestimmte Merkmale des Bluts unterscheiden sich von Mensch zu Mensch ganz erheblich. Mediziner nutzen diese Merkmale, um Blut in Gruppen einzuteilen. Es gibt rund 30 verschiedene Systeme, um Blutgruppen zu bestimmen. In der Medizin sind vor allem das sogenannte AB0-System und das Rhesus-System wichtig.

Welche Blutgruppen gibt es? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Eine der meistgenutzten Systematiken, um Blutgruppen einzuteilen, ist das AB0-System. Im AB0-System unterscheidet man Blutgruppen anhand bestimmter Bausteine, die sich auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befinden. Diese Bausteine werden auch Antigene genannt. Es gibt zwei verschiedene Antigene: Antigen A und Antigen B. Anhand dieser Antigene können vier Blutgruppen unterschieden werden: A, B, AB und 0.

Menschen mit der Blutgruppe A haben nur Antigen A auf ihren roten Blutkörperchen. Bei Blutgruppe B ist nur das Antigen B vorhanden. Manche Menschen haben sowohl Antigen A als auch Antigen B. Sie haben Blutgruppe AB. Andere Menschen haben weder Antigen A noch Antigen B. Sie haben Blutgruppe 0.

Was bedeutet „positiv“ und „negativ“? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Neben den Blutgruppen gibt es noch andere Eigenschaften des Blutes, die für die Verträglichkeit einer Blutspende wichtig sind – zum Beispiel der Rhesusfaktor. Dieser erhielt seinen Namen von den Rhesusaffen, bei denen dieses Merkmal zum ersten Mal entdeckt wurde. Ähnlich wie bei den Blutgruppen des AB0-Systems handelt es sich auch hier um ein Antigen. Menschen, die den Rhesus-Faktor in ihrem Blut haben, sind „Rhesus-positiv“. Menschen, die den Rhesusfaktor nicht haben, sind „Rhesus-negativ.“

Wie häufig kommen die jeweiligen Blutgruppen vor? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die meisten Menschen in Deutschland haben die Blutgruppe A oder 0 und sind Rhesusfaktor-positiv. Die Blutgruppen B und AB kommen deutlich seltener vor. Nur 15 Prozent der Menschen in Deutschland sind Rhesusfaktor-negativ.

Warum sind die Blutgruppe und der Rhesusfaktor wichtig? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Im Alltag machen sich die Eigenschaften unseres Blutes nicht bemerkbar. Nur in bestimmten Situationen ist es wichtig, die Blutgruppe zu kennen. Wenn man zum Beispiel bei einer Operation oder einem Unfall sehr viel Blut verloren hat, können Konserven mit gespendetem Blut Leben retten. Eine Übertragung von Spenderblut nennt man Transfusion. Da Blut so unterschiedlich ist, kann man es aber nicht beliebig von einem auf den anderen Menschen übertragen. Die Blutgruppen müssen miteinander verträglich sein.

Gibt man einem Menschen Blut, das er nicht verträgt, kann es zu einer starken Abwehrreaktion kommen: Der Körper erkennt das gespendete Blut als fremd und bekämpft es. Dadurch werden die gespendeten roten Blutkörperchen zerstört. Das Abwehrsystem des Körpers reagiert auf vielfältige Art und Weise auf das fremde Blut. Diese Reaktion kann sehr gefährlich sein. Im schlimmsten Fall kann sie tödlich enden. 

Wer kann wem Blut spenden? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Vor einer Blutübertragung wird sorgfältig geprüft, dass das Blut von Spender und Empfänger zusammenpassen. So kann man Abwehrreaktionen vermeiden. Es kann vorkommen, dass der Empfänger ganz schnell eine Blutübertragung braucht und man nicht auf das Testergebnis warten kann. Dann kann der Empfänger rote Blutkörperchen der Blutgruppe 0 Rhesusfaktor-negativ erhalten, da das für alle Menschen verträglich ist. Menschen mit negativem Rhesusfaktor dürfen kein Blut mit positivem Rhesusfaktor erhalten. 

Grundsätzlich verträgt jeder Mensch die Blutbestandteile seiner eigenen Blutgruppe. Meistens werden aber nur einzelne Blutbestandteile wie zum Beispiel rote Blutkörperchen übertragen. Im Übrigen wird die Blutgruppe vor jeder Blutübertragung getestet, auch wenn sie dem Patienten oder der Patientin schon bekannt ist. Die Blutgruppe kann zum Beispiel im Blutspenderausweis stehen.

Warum wird die Blutgruppe bei Schwangeren ermittelt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Bei werdenden Müttern wird die Blutgruppe zu Beginn der Schwangerschaft bestimmt und in den Mutterpass eingetragen. Auch bei Schwangerschaften kann es manchmal zu hohen Blutverlusten kommen, die mit Blutkonserven ausgeglichen werden können. 

Außerdem ist es noch ein anderer Grund wichtig, insbesondere den Rhesusfaktor in der Schwangerschaft zu bestimmen. Eine Rhesus-negative Mutter kann Abwehrstoffe gegen den Rhesusfaktor bilden, wenn sie ein Rhesus-positives Kind bekommt. Dann können sich kindliches und mütterliches Blut vor allem bei der Geburt mischen. Wenn diese Rhesus-negative Mutter erneut mit einem Rhesus-positiven Kind schwanger ist, können diese Abwehrstoffe das Rhesus-positive Kind schwer schädigen. Ärztinnen und Ärzte können vorbeugend Medikamente einsetzen, um eine solche Abwehrreaktion zu verhindern. Dadurch ist die sogenannte Rhesus-Unverträglichkeit sehr selten geworden. 

Zusätzlich kann man heute auch den Rhesusfaktor des ungeborenen Kindes aus einer Blutprobe der Mutter bestimmen. So bekommen wirklich nur Rhesus-negative Mütter mit Rhesus-positiven Kindern das vorbeugende Medikament. 

Wie finde ich meine Blutgruppe heraus? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die eigene Blutgruppe herauszufinden ist gar nicht so einfach. Es gibt nämlich kaum Dokumente, wo diese schriftlich eingetragen ist. Frauen mit Kindern finden ihre Blutgruppe im Mutterpass. Ansonsten kann man zum Beispiel zur Blutspende zu gehen. Bei der Blutspende wird zunächst geprüft, ob man als Spender zugelassen werden kann. Nach der ersten Blutspende erhält man dann einen Blutspenderausweis. Im Blutspenderausweis ist die Blutgruppe vermerkt.

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