Was evidenzbasierte Medizin leistet und warum sie uns hilft Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Berlin, aktualisiert am 8. Juli 2022, erstellt am 11. Mai 2018 – Wenn es um die Gesundheit geht, wünschen sich Menschen Verlässlichkeit. Jeder möchte eine medizinische Versorgung, die fundiert, seriös und erfolgversprechend ist. Die evidenzbasierte Medizin folgt diesem Anspruch. Eine Einführung.

Die Geschichte der Medizin reicht weit zurück. Bereits in der Jungsteinzeit, vor etwa 6.500 Jahren, wurden Behandlungen durchgeführt. Darauf deutet ein bemerkenswerter Fund hin: Forscher entdeckten in Slowenien einen Kieferknochen. Darin befand sich ein Zahn mit einer Füllung aus Bienenwachs. Offenbar wollten prähistorische Mediziner Schmerzen lindern und den Zahn vor weiteren Beschädigungen schützen.

Heute werden medizinische Maßnahmen, also Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in Studien getestet, bevor Ärzte sie bei Patienten anwenden dürfen. Aus diesen Studien ergibt sich dann, wie wirksam und sicher eine Methode ist und welche Nebenwirkungen möglich sind. 

Diese Ergebnisse können Ärzte und Ärztinnen nutzen, um eine geeignete Methode für ihren Patienten, ihre Patientin zu finden. Im Idealfall berücksichtigen dabei nicht nur die Wirksamkeit und Sicherheit, die in den Studien gemessen wurde, sondern auch die Wünsche ihrer Patienten. Ziel ist, dass Arzt und Patient eine gemeinsame Entscheidung treffen.

Dieser Leitgedanke aus Wissenschaft, Expertise und persönlichen Wünschen ist unter dem Begriff evidenzbasierte Medizin verbreitet, kurz: EbM. Im Rahmen der EbM suchen Experten verlässliche Antworten für medizinische Fragen: Welche Vor- und Nachteile hat eine Behandlung? Muss sie zwingend durchgeführt werden? Was kann alternativ getan werden? Die EbM stützt sich dabei auf wissenschaftliche Belege aus Studien und nicht nur auf Theorien oder Expertenmeinungen.

Das Ziel der EbM ist, dass jeder Mensch die bestmögliche medizinische Versorgung erhält, die er oder sie benötigt. Das kann auch bedeuten, dass er oder sie eine Behandlung nicht bekommt, z. B. weil

  • die Methode nicht ausreichend belegt ist
  • die Methode nicht geeignet ist
  • der Patient, die Patientin keine Behandlung braucht 
  • die Kosten einer Behandlung höher sind als ihr Nutzen

Warum ist Evidenz für uns wichtig? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

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Evidenzbasierte Medizin und ihre Vorteile Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Evidenzbasierte Medizin kommt allen Menschen zugute. Ein Überblick über die Vorteile.

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Wie wird Evidenz erarbeitet? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Evidenz wird durch wissenschaftliche Studien erarbeitet. Diese Studien können sich in ihrem Aufbau und Vorgehen unterscheiden. Je nachdem welcher Aufbau gewählt wird, haben die Ergebnisse eine unterschiedliche Beweiskraft. Allerdings reicht ein guter Aufbau allein nicht aus. Für eine hohe Evidenz muss die Studie auch ordentlich durchgeführt werden. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen müssen ihre Ergebnisse kritisch auswerten und einordnen. 

Neben der gesundheitlichen Versorgung kann durch die EbM auch das Wissen der Menschen insgesamt gefördert werden. Mit diesem Wissen kann jeder Einzelne sich mit dem Nutzen und Schaden von Behandlungen befassen. Das hilft z. B., wenn man sich für oder gegen eine Behandlung entscheiden muss. Dazu bedarf es hochwertiger und verständlicher Informationen. Diese Gesundheits-Informationen können ebenfalls nach den Methoden der EbM erstellt werden.

Wie werden evidenzbasierte Gesundheits-Informationen erstellt?

Für die EbM wurden eigens Methoden entwickelt, um die Vor- oder Nachteile einer medizinischen Maßnahme zu belegen. Man kann entweder neue Studien aufsetzen oder bereits vorhandenes Wissen sammeln und zusammenfassen. 

Beim zweiten Ansatz – dem Sammeln und Zusammenfassen – gibt es ein festes Vorgehen: Zunächst sammeln Experten und Expertinnen wissenschaftliche Literatur, z. B. Studien, zu einer bestimmten Fragestellung, die sie interessiert. Dann bewerten sie diese Literatur kritisch: Wurde die Studie gut beschrieben und ausgeführt? Zogen die Wissenschaftler die richtigen Schlüsse? Wo gibt es noch Wissenslücken? Danach werden die Studienergebnisse zusammengefasst und eingeordnet, welche Schlüsse man daraus ziehen kann.

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