Hintergrund

Was ist Kniearthrose? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Allgemein spricht man von Arthrose, wenn sich der Knorpel in einem Gelenk zunehmend abbaut. Arthrose wird daher auch Gelenkverschleiß genannt. Bei Kniearthrose baut sich der Knorpel im Knie immer mehr ab. Dies kann wiederum Veränderungen im angrenzenden Knochen verursachen. In diesem Fall treten Beschwerden wie z. B. Schmerzen, Steifigkeitsgefühl und Bewegungseinschränkungen auf, die im Laufe der Zeit zunehmen.

Erklärfilm Arthrose: Symptome, Verlauf, Diagnose - verschaffen Sie sich einen Überblick!

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Wie häufig ist Arthrose? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Gezeichnete Torte mit Geburtstagskerzen. Das Bild visualisiert den Risikofaktor Alter bei Arthrose. Beim Klick öffnet sich eine Infografik zu allen Risikofaktoren von Arthrose. im Dialogfenster öffnen
Infografik Risikofaktoren Kniearthrose © Stiftung Gesundheitswissen 2017

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung bei erwachsenen Menschen. Frauen und Männer können gleichermaßen betroffen sein.

Laut einer Befragung in Deutschland aus dem Jahr 2011 gaben 20 von 100 Personen im Alter zwischen 18 und 79 Jahren an, dass bei ihnen Arthrose diagnostiziert wurde.

Unter den Befragten litten mehr Frauen an der Krankheit: 22 von 100 Frauen bei 18 von 100 Männern.

Die Wahrscheinlichkeit, Arthrose zu bekommen, steigt mit dem Alter.

Wie oft tritt Arthrose an bestimmten Gelenken auf? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Arthrose tritt unterschiedlich häufig an den einzelnen Gelenken auf und es können auch zeitgleich mehrere Gelenke betroffen sein. 

Am häufigsten ist Kniearthrose. Von 100 Menschen mit Arthrose haben 53 ihre Beschwerden im Knie. In 28 von 100 Fällen ist bei Frauen das Hüftgelenk und in 37 von 100 Fällen ein Fingergelenk betroffen. Männer leiden etwa ebenso häufig an Hüftarthrose (in 26 von 100 Fällen), aber nur 16 von 100 an Fingerarthrose.
 

Ursachen und Entstehung

Wie entsteht Arthrose? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Der Knorpel kann sich im Alter oder bei starker Beanspruchung abnutzen, denn er federt permanent Bewegungen ab und ist der Reibung durch die Knochen ausgesetzt. Prinzipiell hat der Körper hierfür einen Schutzmechanismus eingebaut: Um Schäden auszugleichen, kann sich der Gelenkknorpel langsam erneuern. Bei Arthrose kann sich der Knorpel jedoch nicht mehr von selbst ausreichend regenerieren. Es kommt zur zunehmenden Abnutzung von Gelenkknorpel. Im Laufe der Zeit kann sich dieser Verschleiß auch auf die Gewebe in der Umgebung des Knorpels ausbreiten. 

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Infografik Entstehung Kniearthrose © Stiftung Gesundheitswissen 2017

Der Verlauf des Knorpelabbaus im Überblick: Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Knorpelabrieb beginnt Risse und Defekte nehmen zu Gelenkspalt verkleinert sich Knochengewebe verdichtet sich Knochenanbauten und Geröllzysten entstehen

Welche Risikofaktoren können zu Kniearthrose führen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Für das Auftreten von Kniearthrose gibt es beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren. Sie gelten auch für Arthrose allgemein.

Risikofaktoren, die Sie unter Umständen selbst beeinflussen können

  • zu wenig Bewegung,
  • schwere körperliche Arbeit,
  • gelenkbelastender Sport,
  • Übergewicht,
  • Fehlstellungen wie X- und O-Beine und
  • Über- und Fehlbelastungen, die entstehen können, weil bspw. das Kniegelenk von Geburt an oder nach einem Unfall nicht richtig funktioniert.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:

  • steigendes Alter,
  • weibliches Geschlecht und
  • die genetische Veranlagung. 

Welche Risikofaktoren die Entstehung von Kniearthrose begünstigen, sehen Sie in dieser Infografik auf einen Blick. 

Symptome und natürlicher Verlauf

Welche Beschwerden treten bei Kniearthrose auf? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Kniearthrose ist eine Erkrankung, die häufig schleichend beginnt. Ihre Anzeichen werden anfangs kaum bemerkt. Typische Symptome für den Beginn einer Kniearthrose sind drei Arten von Schmerzen:

  • der Anlaufschmerz („eingerostete Gelenke“) zu Beginn einer Bewegung, zum Beispiel beim Losgehen,
  • der Ermüdungsschmerz nach langer Belastung, wenn man zum Beispiel lange steht und
  • der Belastungsschmerz, wenn man eine Bewegung sehr intensiv ausübt, zum Beispiel schnelles Laufen.

Bei Arthrose kann man das Knie auch schlechter durchstrecken.

 

Warum habe ich Schmerzen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Die Abnutzung des Knorpels selbst verursacht keine Schmerzen, denn im Gelenkknorpel befinden sich keine Nervenenden. Durch die fehlende schützende Knorpelschicht kommt es aber zu Veränderungen in anderen Bereichen des Gelenks. Der Schmerz entsteht wahrscheinlich in der Gelenkkapsel und in der Knochenhaut. Die Gelenkkapsel umgibt das Gelenk. Die Knochenhaut liegt direkt auf dem Knochen. Sowohl die Gelenkkapsel als auch die Knochenhaut sind gut durchblutet und besitzen viele Nerven. Wenn die Gelenkkapsel und die Knochenhaut gereizt werden, dann können Schmerzen entstehen.

Durch die ständige Reizung im Gelenk kann es zusätzlich zu einer Entzündung kommen (aktivierte Arthrose). Das Gelenk ist dann gerötet, geschwollen, überwärmt oder alles auf einmal.  

Wie verläuft Kniearthrose? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Schematische Darstellung eines Kniegelenks. Der Link leitet auf die Seite "Wie funktioniert ein Gelenk?". im Dialogfenster öffnen
Gesundes Knie © Stiftung Gesundheitswissen 2017

Kniearthrose ist eine chronische Erkrankung, die mit der Zeit fortschreitet und nicht geheilt werden kann. Arthrose selbst ist nicht lebensgefährlich, auch wenn sie sehr weit fortgeschritten ist. Kniearthrose kann auch lange Zeit beschwerdearm oder gar beschwerdefrei verlaufen.

Prinzipiell entwickelt sich Kniearthrose über einen längeren Zeitraum von anfänglichen Belastungsschmerzen über Bewegungsschmerzen hin zum Ruheschmerz. Das Steifigkeitsgefühl verstärkt sich. In den betroffenen Gelenken ist ein Knorpelreiben fühlbar und mit dem Stethoskop auch hörbar. Die Beweglichkeit des Gelenks wird immer weiter eingeengt. 

Betroffene leiden bei fortgeschrittener Arthrose an andauernden nächtlichen Gelenk- und Muskelschmerzen. Bei sehr weit fortgeschrittener Arthrose kann es auch zu einer bleibenden Verformung des Gelenkes kommen. Es ist in diesem Fall nicht mehr in der Lage, seine eigentliche Aufgabe zu erfüllen.

Die Erkrankung kann wellenförmig verlaufen. Das heißt, dass man mal Beschwerden haben kann und mal nicht. Verschleiß unterliegt vielen Einflüssen. Deshalb ist der Verlauf von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Das Körpergewicht und die Gewichtsentwicklung über die Jahre, die Art der beruflichen Tätigkeit oder die Freizeitaktivitäten spielen dabei eine Rolle.

Nicht jede Arthrose endet zwingend mit einer Zerstörung des Gelenks, die einen Gelenkersatz notwendig macht. 

Diagnostik

Wie stellt mein Arzt die Erkrankung Arthrose fest? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ihre Ärztin, Ihr Arzt kommt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung, die Anamnese, zu der Diagnose Arthrose – meistens in Verbindung mit einer Röntgenuntersuchung. 

In der Anamnese werden Patientinnen und Patienten nach ihren aktuellen Beschwerden befragt. Schmerzende Gelenke werden durch Tasten, Anschauen, Bewegungs- und z. T. auch Funktionsprüfungen untersucht. Die Veränderungen, die durch Arthrose entstanden sind, werden häufig erst im Röntgenbild sichtbar.

Den Knorpel selbst kann man auf dem Röntgenbild nicht sehen. Man sieht aber einen schmaleren Gelenkspalt als normalerweise. Auch Knochenanbauten (Osteophyten) sind zu erkennen. Nicht alle Patientinnen und Patienten haben Beschwerden, obwohl auf ihrem Röntgenbild Anzeichen von Arthrose erkennbar sind. Umgekehrt gibt es aber auch von Arthrose Betroffene, deren Gelenke auf dem Röntgenbild unauffällig sind.

Quellen
Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können den Arzt nicht ersetzen.