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Seit Dezember 2020 sind Impfstoffe zum Schutz vor der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankung COVID-19 im Einsatz. Weitere befinden sich im Zulassungsverfahren der Arzneimittelbehörden oder sind noch in der Entwicklung. Die Impfung soll vor einer COVID-19-Erkrankung schützen. Außerdem soll sie – falls es doch zu einer Erkrankung kommt – verhindern, dass die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt. Zwar bietet die Impfung keinen vollständigen Schutz vor einer Ansteckung. Doch je mehr Menschen durch die Impfung geschützt sind, desto häufiger trifft das Virus auf Menschen, die sich nicht anstecken – und umso schlechter kann es sich ausbreiten.

Die Impfstoffe gelten deshalb als Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die weltweite Pandemie. Doch immer noch sind viele Menschen verunsichert. Wie gut schützen die Impfungen tatsächlich vor der Erkrankung und was ist mit den Nebenwirkungen? Hier finden Sie Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe.

Wie wirksam und sicher sind die COVID-19-Impfstoffe? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

  • Der Impfstoff Comirnaty der Firmen BioNTech und Pfizer ist ein mRNA-Impfstoff. In einer großen randomisiert-kontrollierten Studie mit insgesamt gut 43.000 Teilnehmenden wurde untersucht, wie wirksam und sicher der Impfstoff bei Personen ab 16 Jahren ist. Die Zulassungsstudie für die Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren verzeichnete rund 2.000 Teilnehmende, die für 5- bis 11-Jährige rund 2.300. Die Ergebnisse erfahren Sie in unseren Studienchecks. Weitere Fragen beantworten wir in unserem FAQ zu Comirnaty:

  • Spikevax der amerikanischen Firma Moderna ist ein mRNA-Impfstoff. Wie wirksam und sicher der COVID-19-Impfstoff ist, wurde bei Erwachsenen (ab 18 Jahren) in einer großen randomisiert-kontrollierten Studie mit etwa 30.400 Teilnehmenden untersucht. Bei Kindern und Jugendlichen (12-17 Jahren) wurde die Wirksamkeit und Sicherheit in einer Zulassungsstudie mit rund 3.700 Studienteilnehmern geprüft. Die Ergebnisse erfahren Sie in unseren Studienchecks. Weitere Fragen beantworten wir in unserem FAQ zu Spikevax:

  • Der COVID-19-Impfstoff „COVID-19 Vaccine Janssen“ wird von der Firma Janssen-Cilag hergestellt, einer Tochterfirma von Johnson & Johnson. Es handelt sich um einen Vektor-Impfstoff. Die STIKO empfiehlt, diesen Impfstoff erst ab 60 Jahren einzusetzen. Der Grund sind seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen vor allem bei Jüngeren.

  • Der Impfstoff Nuvaxovid (NVX-CoV2373) der Firma Novavax ist ein Protein-Impfstoff. Er ist seit dem 20. Dezember 2021 in Deutschland für die Impfung von Personen ab 12 Jahren zugelassen.

  • Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat Ende Juni 2022 den Corona-Impfstoff des französisch-österreichischen Unternehmens Valneva zugelassen. Der Impfstoff mit dem Namen VLA2001 ist ein Ganzvirus-Impfstoff, bei dem inaktive ganze Viren verimpft werden. Er kann bei Menschen zwischen 18 und 50 Jahren angewendet werden.

  • Der Impfstoff Vaxzevria der Firma AstraZeneca ist ein Vektor-Impfstoff. Vaxzevria wurde Ende Januar 2021 in Deutschland zugelassen – zunächst für die Altersgruppe unter 65, Anfang März dann ohne Altersbeschränkung. Anfang April 2021 wurde die Altersgruppe aufgrund seltener, aber schwerwiegender Nebenwirkungen vor allem bei Jüngeren nochmals geändert: Mit dem Impfstoff von AstraZeneca konnten sich Menschen ab 60 Jahren impfen lassen.

    Hinweis: Seit Ende 2021 ist der Impfstoff Vaxzevria in Deutschland nicht mehr verfügbar.

Wie wird die Wirksamkeit festgestellt? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe wurden in großen Studien geprüft. Bei den ersten COVID-Impfstoffen (Comirnaty, Moderna, AstraZeneca, Janssen und Novavax) wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt den Impfstoff, die andere einen wirkungslosen Placebo-Impfstoff (Scheinimpfstoff) oder – je nach Studie – einen bewährten Impfstoff gegen eine andere Infektionskrankheit. Im Anschluss wurde beobachtet, wie viele Personen aus den jeweiligen Gruppen an COVID-19 erkrankten. 

Bei den neueren Impfstoffen, z. B. Valneva, aber auch bei den angepassten Impfstoffen von Comirnaty und Modern wurde die Wirksamkeit anders untersucht. Auch hier teilte man die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein. Eine Gruppe erhielt den zu testenden, die andere Gruppe erhielt einen anderen zugelassenen COVID-Impfstoff. Anschließend werden Blutwerte überprüft. Dabei muss der neue Impfstoff das Immunsystem mindestens genauso gut aktivieren, wie der zugelassene Impfstoff.

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Wie wird die Sicherheit von Impfstoffen berechnet? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Außer um die Wirksamkeit geht es in den Impfstoffstudien auch darum, wie sicher die Impfung ist. Dazu wird u. a. festgehalten, mit welchen Symptomen die Teilnehmenden auf die Impfung reagieren. Man unterscheidet zwischen Symptomen an der Einstichstelle, also örtlichen Impfreaktionen wie z. B. Rötung, Schwellung und Schmerzen, und systemischen Impfreaktionen (Allgemeinsymptome, die den ganzen Körper betreffen können) wie z. B. Fieber oder Kopfschmerzen. Diese Reaktionen sind ein Zeichen dafür, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt. Impfreaktionen sind in unterschiedlicher Ausprägung und Stärke auch bei anderen Impfungen zu beobachten und klingen in der Regel nach einigen Tagen von selbst wieder ab. 

Außerdem werden alle gesundheitlichen Beschwerden, die nach der Impfung auftreten, erfasst – unabhängig davon, ob sie sich auf die Impfung zurückführen lassen oder nicht. Diese Beschwerden gelten als „unerwünschte Ereignisse“. 

Zu sehr seltenen unerwünschten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfung und zu denen, die möglicherweise erst sehr lange nach der Impfung auftreten, liegen bisher keinerlei Studienergebnisse vor. Dies ist aber kein neues Problem und betrifft nicht nur die Impfstoffe gegen COVID-19: Auch bei allen anderen Impfstoffen (und Arzneimitteln zur Behandlung von Krankheiten) können zum Zeitpunkt der Zulassung nicht alle möglichen oder sehr seltenen Nebenwirkungen schon erfasst sein. Deshalb wird grundsätzlich nach der Zulassung die Sicherheit weiter überprüft – so auch bei den Impfstoffen gegen COVID-19. Ärzte und Ärztinnen aber auch Patienten und Patientinnen können mögliche Nebenwirkungen eines Impfstoffs dem Paul-Ehrlich-Institut melden. Dort wird dann überprüft, ob es sich tatsächlich um eine Nebenwirkung des Impfstoffs handeln könnte.

Laut Paul-Ehrlich-Institut, dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, haben die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über lange Jahre gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen kurz nach der Impfung auftreten.

Weitere Fragen

Lassen sich die Impfstoffe miteinander vergleichen? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

Ein Vergleich zwischen den verschiedenen Impfstoffen im Hinblick auf Wirksamkeit und Sicherheit ist nur begrenzt möglich. Das liegt u. a. daran, dass sich die Teilnehmenden der Studien zum Teil voneinander unterscheiden, was Alter, Geschlecht, Wohnort und mögliche Vorerkrankung betrifft. Zudem wurden die Studien zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Pandemie durchgeführt. Auch die jeweils vorherrschenden Virusvarianten unterscheiden sich z.T. von Studie zu Studie. Um verlässliche Aussagen darüber treffen zu können, welcher Impfstoff die höchste Wirksamkeit hat und am sichersten ist, müsste eine große Studie alle Impfstoffe miteinander vergleichen. 

Auch wichtig: Wenn über Wirksamkeit gesprochen wird, ist damit häufig gemeint, wie effektiv der Impfstoff eine COVID-19-Erkrankung generell verhindert. Dabei wird ein weiterer Effekt der Impfungen oft vernachlässigt: nämlich der Schutz vor schweren Krankheitsverläufen. Zwar kann man anhand der bisher veröffentlichten Studiendaten noch nicht sicher sagen, dass eine Impfung vor einem schweren oder tödlichen Verlauf schützt – aber es gibt erste Hinweise darauf, dass auch das Risiko schwerer Verläufe gesenkt werden kann.

Warum ändern sich die wissenschaftlichen Aussagen ständig? Button: Infokorb-Ablage In den Infokorb legen

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Quellen Hinweis: Diese Gesundheitsinformationen können das Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin nicht ersetzen. Interessenkonflikte